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Wie wirkt sich der Kinderbonus auf den Kindesunterhalt aus?

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung für jedes Kind die Auszahlung einen sogenannten Kinderbonus beschlossen. Dieser wird für jedes Kind einmalig in Höhe von 300,00 EUR an die Eltern ausbezahlt.

Geplant ist hierfür eine Auszahlung in Höhe von 200,00 EUR im September und eine weitere Auszahlung in Höhe von 100,00 EUR im Oktober, soweit für das jeweilige Kind im September ein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Der Kinderbonus wird unterhaltsrechtlich eingeordnet und soll nicht nur dem Unterhaltsberechtigten, sondern auch dem Unterhaltsverpflichtenden zugutekommen.

In diesem Zusammenhang findet § 1612b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BGB Anwendung. Ist das Kind minderjährig, so ist der Kinderbonus zur Hälfte auf den geschuldeten Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle anzurechnen.

Ist das Kind bereits volljährig, so wird der Kinderbonus -ebenso wie das Kindergeld- vom Barbedarf des Kindes abgesetzt. Das volljährige Kind, welches den Kinderbonus direkt erhält, hat daher im September einen geringeren Bedarf in Höhe von 200,00 EUR und im Oktober i. H. v. 100,00 EUR.

Bsp.:

Der unterhaltspflichtige Elternteil schuldet seinem 10-järhigen Sohn aufgrund seines bereinigten Nettoeinkommens i. H. v. von 2.500,00 EUR den Mindestunterhalt von 467,00 EUR. Hiervon wird grundsätzlich der hälftige Kindergeldbetrag in Höhe von 102,00 EUR abgezogen, weshalb ein Mindestunterhalt von 365,00 EUR besteht.

Im September wird nun zusätzlich der Kinderbonus i. H. v. 200,00 EUR zur Hälfte angerechnet. Hieraus ergibt sich nunmehr ein Mindestunterhalt i. H. v.  265,00 EUR.

Im Oktober wird gleichermaßen der hälftige Kinderbonus in Höhe von 100,00 EUR angerechnet, woraus sich ein Mindestunterhalt i. H. v. nunmehr 315,00 EUR ergibt.

Achtung:

Besteht bereits ein Unterhaltstitel, kann der Betrag nicht einfach dynamisch abgeändert und von dem barunterhaltspflichtigen Elternteil gekürzt werden.

In diesem Fall sollte der Barunterhaltspflichtige den anderen Elternteil schriftlich und nachweislich zum Verzicht des hälftigen Betrag (100,00 EUR bzw. 50,00 EUR) auffordern.