Verkehrsrecht aktuell

Voraussetzung für die Eigenschaft „Scheckheftgepflegt“

Das OLG Saarbrücken hatte sich jüngst mit der Frage zu befassen, unter welchen Bedingungen die Voraussetzungen für ein scheckheftgepflegtes Fahrzeug entfallen. Von einem scheckheftgepflegten Fahrzeug im Sinne der Haftpflichtregulierung ist nur dann auszugehen, wenn die vorgegebenen Wartungen und Servicearbeiten in einer markengebundenen Fachwerkstatt des Herstellers erfolgt sind.

 

In dem zu entscheidenden Fall hatte der Geschädigte sein Fahrzeug im Rahmen der ersten Wartung in einer Markengebundenen Werkstatt des von ihm geführten PKW warten lassen. Dieselbe Werkstatt hat auch die folgenden Wartungen und Servicearbeiten durchgeführt, hat aber vor Durchführung der zweiten Wartung bereit den Status als Vertragswerkstatt für den entsprechenden Hersteller verloren.

 

In diesem Fall hat das OLG die Auffassung vertreten, dass damit die Eigenschaft als scheckheftgepflegt im Sinne der Haftpflichtregulierung nicht mehr gegeben war und damit die Haftpflichtversicherung bei dem mehr als drei Jahre altem Fahrzeug einen Verweis auf eine nicht Markengebundene und damit Preisgünstigere freie Werkstatt vornehmen konnte.

 

Achtung:

 

Aus der vorgenannten Entscheidung des OLG Saarbrücken ergibt sich, dass es bei der Frage der Annahme einer Scheckheftpflege nicht auf die Vorstellung des Geschädigten, sondern rein objektiv darauf ankommt, ob sämtliche Wartungs- und Servicearbeiten in einer Markengebundenen Fachwerkstatt zur Durchführung gelangt sind. Nur dann kann im Schadensfall der Verweis eines Haftpflichtversicherers auf eine Preisgünstige freie Werkstatt abgewehrt werden.

 

Auch hier empfiehlt sich dringend die Inanspruchnahme fachanwaltlicher Unterstützung zur Abwehr unberechtigter Kürzungsverlange der Haftpflichtversicherer.