Verkehrsrecht aktuell

„Sekundenschlaf“ und grobe Fahrlässigkeit

Über den Fall eines schweren Verkehrsunfalls war durch das OLG Celle die Frage zu erörtern, ob sich aus der Annahme eines sogenannten Sekundenschlafs des Fahrzeugführers der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit ergibt.

 

Insoweit stellt das OLG klar, dass bei der Prüfung der groben Fahrlässigkeit aufgrund der Annahme eines solchen Sekundenschlafs auch hier die Prüfung sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht durchzuführen ist. Nur wenn im konkreten Einzelfall ein grob fahrlässiges Verhalten sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht angenommen werden kann, ist im Rahmen der Verschuldensprüfung von grober Fahrlässigkeit auszugehen.

 

Achtung:

Auch diese Entscheidung zeigt, dass im Rahmen der sehr gefährlichen Einlassung (häufig noch am Unfallort durch die aufnehmenden Polizeibeamten protokolliert), es müsse sich wohl um einen Sekundenschlaf gehandelt haben, zwar häufig im Ergebnis von grober Fahrlässigkeit des Fahrzeugführers auszugehen ist. Hingegen gibt es insoweit keinen Automatismus. Es bedarf vielmehr stets einer konkreten Einzelfallprüfung.

 

Auch in einem solchen Fall ist also im Rahmen der Verteidigung „nicht alles verloren“; vielmehr bedarf es zwingend versierter fachanwaltlicher Unterstützung.