Verkehrsrecht aktuell

Kein Verweis auf günstige (Freie) Werkstatt bei regelmäßiger Wartung

Im Rahmen der Unfallregulierung versuchen die Versicherer bei fiktiver Abrechnung regelmäßig den günstigen Verrechnungssatz durch Verweis auf eine nicht markengebundene Alternativwerkstatt auf der Basis eines Prüfberichtes (Stichwort: Car-Expert ...) durchzusetzen. Dies gelingt dann nicht, wenn dem Geschädigten der Verweis auf eine freie Werkstatt unzumutbar ist, weil er das Fahrzeug bisher stets in einer Markenwerkstatt hat warten lassen.

 

Dies ist jedenfalls dann der Fall, wenn Wartungen/Inspektionen und auch Reparaturen jeweils nachweisbar in markengebundenen Werkstätten stattgefunden haben.

 

Nach einer aktuellen Entscheidung des AG Bonn ist auch dann von einem scheckheftgepflegten Fahrzeug und hiermit einhergehend von einer Unzumutbarkeit des Verweises auf eine freie Werkstatt auszugehen, wenn die herstellerseitig vorgesehene Inspektionsintervalle überschritten wurden.

 

So seien geringfügige Überschreitungen der Intervalle von wenigen Monaten tolerabel.

 

Achtung:

 

Die Abwehr unberechtigter Kürzungen durch den Haftpflichtversicherer ist sehr sorgfältig durchzuführen. Hierzu bedarf es des Nachweises der Inspektion und Reparaturarbeiten in markengebundenen betrieben. Empfehlenswert ist daher unbedingt, Rechnungsstellungen aufzubewahren und zu den Fahrzeugunterlagen abzuheften, damit die entsprechenden Arbeiten im Zweifel nachgewiesen werden können.

 

Auch erscheint die Inanspruchnahme fachanwaltlicher Hilfe im Rahmen von Haftpflichtschäden zur Abwehr unberechtigter Kürzungen zwingend erforderlich.