Mietrecht

Kinderlärm als Mietminderungsgrund

LG Berlin Urteil vom 19.02.2019 -63 S 303/17-

Das nur gelegentlich und nicht dauerhafte Schreien, Poltern, Rennen und Springen von Kindern in der Nachbarwohnung ist genauso wie seltenere Lärmspitzen als sozialadäquat hinzunehmen, wenn die Ruhezeiten und Nachtzeiten störungsfrei verlaufen. Das gilt auch für dadurch ausgelöste leichtere Vibrationen und für Gläserklirren in der eigenen Wohnung.

Eine Mieterin klagte auf Beseitigung der Lärmbeeinträchtigungen und auf die Feststellung, dass sie darauf begründet ein Minderungsrecht habe. Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass nicht dauerhaft und nur gelegentlich auftretender Kinderlärm (2-4 Mal pro Woche außerhalb der Nacht- und Ruhezeiten) hinzunehmen sei. Das gelte auch für nur gelegentlich auftretende Lärmspitzen, die isoliert betrachtet den Rahmen des Üblichen überstiegen. Auch dies sei ebenfalls kein Mangel. Zusätzlich erschütterungsbedingt nur gelegentlich schwingende Dielenböden in Altbauten und ein ebenso nur gelegentliches Klirren von Gläsern im Schrank führt zu keiner anderen Bewertung. Die subjektive Empfindung der Klägerin, die die Auswirkungen als besonders störend wahrgenommen hatte, sei insofern unbeachtlich bei der Bewertung der Lärm- und Erschütterungsbeeinträchtigungen.