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Keine Identifizierung bei schlechtem Lichtbild

Das OLG Celle hatte jüngst über die Frage der Eignung von Digitalaufnahmen zur Identifizierung des abgebildeten Fahrzeugführers zu entscheiden.

 

Insoweit führt das OLG in seiner Entscheidung aus, dass jedenfalls dann ein Frontfoto von dem Fahrzeugführer regelmäßig nicht zur Identifizierung als geeignet anzusehen ist, wenn die Kinnpartie der abgebildeten Person durch das Lenkrad verdeckt wird, die Augenpartie mit den Augenbrauen durch eine große Sonnenbrille verdeckt wird und das linke Ohr gar nicht und das rechte Ohr aufgrund der Verpixelung der Aufnahme nur teilweise individualisierbar erkennbar und der Haaransatz schließlich durch die aufgeklappte Sonnenblende ebenfalls nicht hinreichend erkennbar erscheint.

 

Insoweit stärkt das OLG Celle die Anforderungen an die Eignung einer Digitalaufnahme.

 

Achtung:

 

Es kommt immer noch sehr regelmäßig vor, dass Bußgeldbehörden trotz offensichtlich ungeeigneter Digitalaufnahmen zu einer vermeintlichen Identifizierung des Fahrzeugführers gelangen. Diesem Ansinnen der Behörden und auch der erstinstanzlichen Gerichte ist mit fachanwaltlicher Unterstützung massiv entgegenzutreten. Hierbei wird die Rechtstellung der Betroffenen auch durch das vorzitierte Urteil gestärkt.