Erbrecht aktuell

Fristlose Kündigung wegen Diebstahl von Desinfektionsmitteln

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hatte über eine fristlose Kündigung zu entscheiden, mit der ein Arbeitgeber auf die Entwendung von einem 1 l Desinfektionsmittel reagiert hatte. Hintergrund war der Umstand, dass der Arbeitnehmer im ersten Lockdown eine im Eigentum seines Arbeitgebers stehende Plastikflasche mit 1 l Desinfektionsmittel im Wert von ca. 40,00 € entwendet hat. Das Arbeitsgericht und auch nachfolgend das Landesarbeitsgericht haben die Kündigungsschutzklage des Arbeitnehmers abgewiesen. Trotz langer Beschäftigungszeit des Arbeitnehmers hielt die Kündigung auch unter Berücksichtigung der notwendigen Interessenabwägung der arbeitsgerichtlichen Überprüfung Stand. Hier kam im Rahmen der Abwägung hinzu, dass Desinfektionsmittel zum Zeitpunkt der Entwendung Mangelware waren und der Arbeitnehmer Versorgungsengpässe des Arbeitgebers daher bewusst in Kauf genommen habe.

 

Achtung:

 

Auch diese in Zeiten von Corona ergangene Entscheidung zeigt, dass Straftaten schon bei sehr überschaubaren Werten grundsätzlich ausreichend sein können, um die fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Hier bedarf es in jedem Einzelfall hingegen einer sorgfältigen Prüfung und Interessenabwägung. Die Inanspruchnahme fachanwaltlicher Hilfe - möglichst noch vor Ausspruch der Kündigung - ist dringend zu empfehlen.