Erbrecht aktuell

Anwalt in Verkehrsunfallsachen immer erforderlich

 

Das OLG Frankfurt hatte in einer Auseinandersetzung nach einem Verkehrsunfall darüber zu entscheiden, ob auch die Rechtsanwaltskosten als erstattungsfähiger Schaden des Unfallgeschädigten anzuerkennen sind.

Der Haftpflichtversicherer des Schädigers hatte dahingehend argumentiert, dass die Anwaltskosten bei „einfachen Verkehrsunfällen“ nicht als erstattungsfähiger Schaden anzuerkennen sind.

Das OLG hat daraufhin ausgeurteilt, dass auch bei einfachen Verkehrsunfällen die Einschaltung eines Rechtsanwalts von vornherein als erforderlich anzusehen ist. Entsprechend sind auch sämtliche Kosten der Rechtsverfolgung durch den Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherung zu tragen.

Die Bedeutung anwaltlicher Unterstützung in Verkehrsunfallsachen charakterisiert das OLG treffend wie folgt:

„Gerade die immer unüberschaubarere Entwicklung der Schadenspositionen und der Rechtsprechung zu Mietwagenkosten, Stundenverrechnungssätzen und Ähnlichem lässt es geradezu als fahrlässig erscheinen, einen Schaden ohne Einschaltung eines Rechtsanwalts abzuwickeln.“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Hinweis:

Bis vor wenigen Jahren waren die Probleme in der unfallbedingten Schadensregulierung auf wenige Versicherer beschränkt. Heute gibt es dagegen keinen größeren Haftpflichtversicherer mehr, bei dem mit einer unproblematischen und ungekürzten Regulierung der unfallbedingten Ansprüche gerechnet werden kann. Die sofortige Inanspruchnahme fachanwaltlicher Hilfe ist zwingend erforderlich, um dem Kürzungsverlangen der Haftpflichtversicherer wirksam begegnen zu können. Die hierfür anfallenden Kosten fallen der Haftpflichtversicherung des Schädigers zur Last, sodass eine Rechtsschutzversicherung im Regelfall nicht erforderlich ist.